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FAUN |
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Musik
Wer sich einmal von einer anderen
Musik begeistern lassen möchte
und den
ganzen Schund im Radio verdammt hat, der ist mit der Musikgruppe FAUN
aus München mehr als gut beraten. Ich denke sie gelten
heute
noch als „Geheimtip“, obwohl sie schon auf über 200 Konzerten die
Menschen
begeistern konnten.Ihre musikalische Ausrichtung ist ziemlich weit gefächert und sehr abwechslungsreich. Von mittelalterlichen Klängen, zu Folkmusikeinflüssen, über Wave Gothic- Ansätzen bis hin zur Ballade wird alles geboten, bzw. es wird alles kombiniert und miteinander verquickt. Es dominiert eine wunderbare Frauenstimme (teils auch mehrstimmig) und verzaubert in kaum zu beschreibender Art und Weise. Aber auch der Männergesang weiß voll und ganz zu überzeugen! Bei FAUN paßt einfach alles zusammen. Zu ihren Instrumenten zählen Trommeln, Dudelsäcke, keltische Harfen, Drehleier, Schlüsselfiedel, Flöten, Maultrommel, Cello und so weiter. Also all jenes, was das Herz eines jeden natürlichen (nordischen) Wesens höher schlagen läßt. ![]() In ihrem ersten Werk
„Zaubersprüche“ wird der Hörer in eine längst vergangene
anmutige und fantasiereiche Zeit entführt. Es wurden u.a.
althochdeutsche Sagen in gekonnter Weise vertont. Besonders
hörenswert ist z.B. die Sage „König von Thule“ und das
Instrumental „Rani“, welches sogar als Soundtrack eines Fantasie-
Filmprojekts („Kriegerherzen“) verwendet wird. Auch auf dem ersten
„Drachenfest – Soundtrack“ sind sie vertreten. Beim
Hören ihres Albums „Licht“ geht die magisch - virtuelle Reise ins
Mittelalter
und dessen Geschichten.
Nach dem Einlegen des Silberlings wird der neugierige Lauscher erst von einen brausenden Sturm gepackt und dann von einem herrlich rhythmischen Dudelsackkonzert mitgerissen und fasziniert. Unwillkürlich drängt der Körper zum Tanze. Dieser ergreifende Sog in eine andere, besser erscheinende (Mythen–) Welt, vorbei an gehörnten Göttern, Elben und Lichtwesen, hält bis zum verklingen des letzten Titels „fort“ an. Ebenso befinden wir uns auf der Jagd eines Hirsches. Wir durchdringen krauses Wirrwarr: „... ich aber war auf einer höheren Jagd und habe, ohne einen Speer zu schleudern, die höchste Huld der Götter mir erstritten.“ Das nordische Blut beginnt harmonisch zu pulsieren, als ob man beim Hören der verloren geglaubten Heimat und dem verschollenen Identitätbewußtsein etwas näher gekommen wäre. Ja, man fühlt ein Stückchen „Heimat“ und Sehnsucht in sich. Verwendet werden zudem bereits ausgestorbene keltische, althochdeutsche und andere europäische Sprachen, was natürlich zusätzlich ein dankenswerter kulturfördernder Beitrag der Musiker ist. In dem Lied „Wind und Geige“ wird aus der sonstigen Naturverbundenheit der „Menschenkinder“ ein Kampf zwischen Natur und dem menschlichen Geschöpf zelebriert. FAUN: „Wir spielen mit dunklen Kräften, die wir mit unseren Namen nicht erfassen können, wie Kinder mit dem Feuer spielen, und es scheint einen Augenblicke, als hätte alle Energie bisher ungebraucht in den Dingen gelegen, bis wir kamen, um sie auf unser flüchtiges Leben und seine Bedürfnisse anzuwenden. Aber immer und immer wieder wieder in Jahrtausenden schütteln die Kräfte ihre Namen ab und erheben sich, wie unterdrückter Stand gegen ihre kleinen Herren, ja nicht einmal gegen sie – sie stehen einfach alle auf, und die Kulturen fallen von den Schultern der Erde, die wieder das Groß ist und weit und allein mit ihren Meeren, Bäumen und Sternen.“ Eine fantastische Reise, die Welt der Sagen und Mythen durchstreifend: „Egils Saga Skallargrimssonar ist eine Sage über den bedeutesten Skalden des 10.jahrhunderts >Egil Skallargrimssonar<. Dieser heilt in dem hier vertonten Ausschnitt ein Mädchen, welches durch falsch geritzte Runen auf geglättetem Fischbein erkrankt ist. Erst durch die richtig eingesetzte Runenmagie des Skalden Egil erwacht das Mädchen wie aus einem bösen Traum.“ Im Jahre 2004 ist von FAUN auch eine DVD erschienen, welche ein breites Spektrum des Schaffens von FAUN dokumentiert, worauf sie zu recht stolz sein können. Es sind unter anderen Filmaufnahmen von ihren Auftritten beim „Feuertanzfestival“ auf Burg Abenberg und vom „Kissinger Winterzauber“ zu sehen. Unveröffentliche Lieder, Gespräche der Musiker und eine Bildergalerie wissen zu begeistern. FAUN ist sprachlich und künstlerisch auf sehr hohem Niveau. Eine kultur- musikalische Bereicherung, die wir nicht unbeachtet lassen sollten, denn es wäre echt schade drum. Fazit: Unbedingt mal reinhören! Für heutige Germanen unumgänglich!
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| J.W. |
20.01.2005 |
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